Fairer Handel für eine gerechte Welt
Heute schon auf Weltreise gewesen? Vermutlich nicht, dafür aber haben der Kaffee oder Tee zum Frühstück, die Banane in der Mittagspause und der Schokoriegel am Nachmittag einen langen Weg hinter sich. Obwohl diese Produkte aus Entwicklungsländern kommen, sind sie hier billig und das hat seinen Preis: Viele Menschen in den Anbauländern arbeiten unter unwürdigen Bedingungen und erhalten für ihre Arbeit keinen gerechten Lohn oder für ihre Ernteerträge so niedrige Preise, dass nicht einmal die Produktionskosten gedeckt sind. Die Existenz von unzähligen Kleinbauern- und Arbeiterfamilien ist bedroht. Für sie setzt sich der Faire Handel ein.
Was tut der Faire Handel?
Der Faire Handel streitet für ein Handelssystem, in dem Menschenrechte vor Handelsrechte gesetzt werden. Durch den Aufbau solidarischer und partnerschaftlicher Handelsstrukturen leistet er einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung und nachhaltiger Entwicklung für Millionen von Menschen:
FAIRER HANDEL SCHAFFT Marktzugang für benachteiligte ProduzentInnen.
FAIRER HANDEL UNTERHÄLT langfristige, transparente und partnerschaftliche Handelsbeziehungen und schließt unfairen Zwischenhandel aus.
FAIRER HANDEL ZAHLT den ProduzentInnen faire Preise, die ihre Produktions- und
Lebenshaltungskosten decken und leistet auf Wunsch Vorfinanzierung.
FAIRER HANDEL STÄRKT die Position und sichert die Rechte von ArbeiterInnen und KleinbäuerInnen sowie ihrer Organisationen im Süden.
FAIRER HANDEL TRÄGT zur Qualifizierung von ProduzentInnen und Handelspartnern im Süden bei.
FAIRER HANDEL GEWÄHRLEISTET bei der Produktion die Einhaltung der acht ILO-Kernarbeitsnormen.
FAIRER HANDEL SICHERT die Rechte von Kindern und fördert die Gleichberechtigung von Frauen.
FAIRER HANDEL FÖRDERT den Umweltschutz, z. B. in Form der Umstellung auf biologische Landwirtschaft.
FAIRER HANDEL LEISTET Bildungs- und politische Kampagnenarbeit, um die Regeln des Welthandels gerechter zu gestalten.
FAIRER HANDEL STELLT durch Überprüfungsmechanismen sicher, dass diese Kriterien eingehalten werden.
Was kann jeder Einzelne tun?
Der Faire Handel ist eine soziale Bewegung die bereits seit 40 Jahren besteht. Wie jede Bewegung lebt sie vom Mitmachen. Jede und jeder kann zum Erfolg des Fairen Handels beitragen, als Konsument und als Bürger. Wir können unsere Verbrauchermacht nutzen um dem ungleichen Kräfteverhältnis des Weltmarktes etwas entgegensetzen und die Position der Produzenten im Süden zu stärken. Als politisch engagierte Menschen können wir darauf aufmerksam machen, dass eine Alternative zur rein profitorientierten Weltwirtschaft nicht nur möglich ist, sondern längst vorgelebt wird.
Fairness beim Einkauf
Mit dem Kauf fair gehandelter Produkte kann jede und jeder Politik mit dem Einkaufskorb machen. In rund 800 Weltläden – den Fachgeschäften für Fairen Handel – gibt es neben Lebensmitteln auch eine große Auswahl an Handwerksprodukten. Auch in über 30.000 Supermärkten, Lebensmittelgeschäften, Naturkostläden und im engagierten Versandhandel finden sich bereits Produkte mit Fairtrade-Siegel. Jedes Jahr kommen mehr dazu! Und falls der nahegelegene Supermarkt noch keine fair gehandelten Waren anbietet, gibt es ein gutes Mittel auf die steigende Nachfrage hinzuweisen: Durch Nachfragen!
Engagement für Fairen Handel
Die Weltladen-Bewegung lebt vom Engagement tausender Freiwilliger, die sich in ihrer Freizeit dem Thema „Fairer Handel“ widmen. Neben dem Verkauf fair gehandelter Waren leisten die Weltläden und eine große Zahl von Aktionsgruppen Informations- und Kampagnenarbeit für einen gerechten Welthandel. Wer sich engegieren will findet hier zahlreiche Möglichkeiten. www.weltladen.de
Und wie wäre es mit fair gehandeltem Kaffee am Arbeitsplatz? Im Kollegium, in der Kantine, in der Abteilung …? Es gibt viele Gelegenheiten, wo fair gehandelte Produkte verwendet werden könnten. Vielleicht bedarf es nur eines kleinen Ansoßes. So können auch einzelne etwas Großes in Bewegung setzen.
Durch das Engagement von Einzelnen und Gruppen hat der Faire Handel mittlerweile eine erstaunliche Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Im vergangenen Jahr kauften die Verbraucher in Deutschland mehr fair gehandelte Produkte als jemals zuvor – dreimal so viel wie noch vor fünf Jahren. Damit haben sie sehr konkret die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen im Süden verbessert und einen Beitrag zu Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit und ländlicher Entwicklung im Süden geleistet.
Weitere Informationen
Downloads zum Fairen Handel
›› Broschüre 100% fair (45 MB)
›› Factsheet: Trends und Entwicklungen im Fairen Handel 2010
›› Grundlagen-Papier: Übereinkunft der europäischen Fair-Handels-Bewegung
›› Grundlagen-Papier: Eine Grundsatz-Charta für den Fairen Handel
Links zum Fairen Handel
›› Forum Fairer Handel
›› Fairtrade e.V.
›› Transfair
›› Weltladendachverband
Kampagnen zum Fairen Handel
›› Kampagne Fair liebt Bio
›› Kampagne Öko + Fair ernährt mehr!
›› Kampagne Fairtrade Towns
›› Wettbewerb Hauptstadt des Fairen Handels
Einige anerkannte Fair-Handels-Importeure
›› Gepa
›› El Puente
›› dwp
›› Banafair
›› Globo


